Wundheilung

Natürliches Pflaster unserer Haut

Ganz gleich, ob es sich um eine kleine Verletzung oder tiefere Wunde handelt: Bei der Wundversorgung zählt jede Sekunde. Wo sich die Meinung allerdings oft unterscheiden liegt in der sachgemäßen Versorgung von Wunden. Sollte die Wunde trocken oder feucht abheilen und muss ich die Verletzung luftdicht abschließen oder sollte sie sich ohne Verband regenerieren? Welche Maßnahmen Sie ergreifen sollten, um eine schlechte Wundheilung zu vermeiden und schneller wieder schmerzfrei zu sein, lesen Sie hier.

Was versteht man unter Wundheilung?

Die Wundheilung ist ein komplexer Prozess zur Regeneration unserer Hautbarriere. Sie ist für unsere Haut enorm wichtig, da sie die Schäden im Hautgewebe verschließt und Folgeschäden, wie Infektionen oder Austrocknung, verhindert.

Für die Wundheilung ist richtige Wundversorgung unverzichtbar

Bei der Wundheilung wachsen die Zellen aufeinander zu. Berühren sie sich, ist die Wunde verschlossen und der Prozess der Wundheilung hört auf. Dabei unterscheidet man zwischen primärer und sekundärer Wundheilung.

Die Wundheilung können Sie mit der richtigen Wundversorgung unterstützen und sogar beschleunigen – von der Reinigung bis zur Behandlung mit heilenden Wundsalben.

Phasen der Wundheilung

Die Wundheilung durchläuft bis zur vollständigen Abheilung des geschädigten Gewebes drei Phasen:

  • Die Exsudationsphase
  • Die Granulationsphase
  • Die Regenerationsphase

Die Exsudationsphase der Wundheilung, auch Reinigungsphase genannt, beginnt direkt nach der Entstehung der Wunde. Durch lokale Entzündungsreaktionen bildet unser Körper Wundsekret. Er versucht auf diese Weise, die Wunde zu säubern sowie die Gefäße und somit den Wundbereich zu verengen. Diese Phase der Wundheilung dauert zwischen zwei und drei Tage.

In der zweiten Phase der Wundheilung, der Granulationsphase, bilden sich stabilisierende Wundränder. Dieses Gewebe wird auch als Granulationsgewebe bezeichnet. Es charakterisiert sich durch eine tiefrote, feuchte und körnige Oberfläche. Die Bindegewebszellen sorgen dafür, dass die Wundränder zusammengezogen werden und sich die Wunde langsam schließt. Diese Phase der Wundheilung dauert in der Regel zehn Tage.

In der Regenerationsphase der Wundheilung verschließen sich die Wundränder und erstes Narbengewebe wird gebildet. Je mehr Gewebe in den tiefen Hautschichten beschädigt ist, desto ausgeprägter wird die Narbe. In dieser Phase kann es mehrere Wochen, wenn nicht sogar Monate dauern, bis die Narbe ihre maximale Belastbarkeit erreicht hat.  

Arten der Wundheilung

Man unterscheidet zwischen zwei Arten der Wundheilung, die primäre und die sekundäre Wundheilung:

Primäre Wundheilung

Primäre Wundheilung findet man meist bei kleineren und unkomplizierten Wunden, wie Schnittwunden, chirurgischen Operationswunden oder Schürfwunden. Hier sind die Wundränder glatt, liegen nah beieinander und der Gewebeverlust ist gering. Man spricht von primärer Wundheilung, wenn die Wunde beim Verschluss nicht älter als vier bis sechs Stunden ist. Diese Art der Wunden heilen, sofern sie keimfrei bleiben, recht zügig ab. Es kann vorkommen, dass eine hellrote Narbe bleibt, die mit der Zeit weißlicher und fester wird.

Sekundäre Wundheilung

Sekundäre Wundheilung findet man bei größeren oder klaffenden Wunden, wo ein deutlich höherer Gewebeverlust vorliegt. Hier können die Wundränder nicht so zügig zusammenwachsen und die Wunde wird während des Heilungsprozesses mit Granulationsgewebe aufgefüllt. Aufgrund dessen verbleibt meist eine größere Narbe zurück. Dazu kommt, dass durch sekundäre Wundheilung entstandene Narben oftmals nicht sehr belastungsstabil sind.

Eine sekundäre Wundheilung entsteht auch bei chronischen Wunden, wie bei Dekubitus.

Trockene oder feuchte Wundheilung?

Bei einer trockenen Wundheilung wird die Wunde mit einem Pflaster oder Verband geschützt oder an der Luft geheilt. Tendenziell können kleine Wunden trocken abheilen. Wer bei leichten Wunden die Salbe zu dick aufträgt, riskiert eine ungewollte Bakterienvermehrung. Heilt die Wunde hingegen trocken ab, kann eine harte schützende Kruste entstehen, welche die Wunde sicher abschließt und die Bakterienvermehrung hemmt.

Bei feuchter Wundheilung wird die natürliche Wundheilung gefördert, indem ein optimales Mikroklima mit niedrigem pH-Wert entsteht. So wird die Wunde vor Erregern geschützt und die Wundheilung sogar beschleunigt.

Ob trockene oder feuchte Wundheilung die beste Option ist, hängt auch von der Lokalisierung der Wunde ab. An Hautstellen, die starker Beanspruchung ausgesetzt sind (z.B. Knie und Ellbogen), ist es ratsam, die Wunde feucht und elastisch zu halten. Nach der Reinigung sollten Sie diese mit einer Wundsalbe, , und zusätzlichem Verband versorgen. So können sich neue Gewebezellen schneller bilden, die Wunde verschließen und geschmeidig halten, sodass sie nicht so leicht wieder aufreißt.

Juckreiz bei der Wundheilung

Übrigens: Juckt die Wunde, ist das ein gutes Zeichen. Denn während dieses Prozesses wird Histamin ausgeschüttet – ein Gewebshormon, das an der Abwehr von körperfremden Stoffen beteiligt ist und somit Hautentzündungen vorbeugt. Histamin löst diesen für die Wundheilung typischen Juckreiz aus.

Zusammenspiel von Wundversorgung & Wundheilung

Für eine ideale Wundheilung ist die richtige Wundversorgung unverzichtbar. Die Wundversorgung umfasst alle Maßnahmen zur Behandlung von akuten, offenen und chronischen Wunden. Zum Beispiel wären dies die Reinigung und Desinfektion der Wunde, das Verschließen sowie die Pflege der Narbe im Nachhinein.

Bei schlechter Wundheilung zum Arzt?

Bemerken Sie eine schlechte Wundheilung oder eine Wundheilungsstörung, ist ein Gang zum Arzt dringend notwendig. Eine schlechte Wundheilung erkennen Sie zum Beispiel daran, wenn die Wunde:

Wundheilung mit Narbenbildung
  • Stark schmerzt

  • Blutet

  • Eiter bildet

  • Stark pocht

  • Sehr tief ist

Lassen Sie sich nicht von ausbleibenden Schmerzen einer tiefen Wunde täuschen: Denn selbst, wenn eine tiefe Wunde nicht sonderlich schmerzt, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Je tiefer die Wunde ist, desto weniger schmerzt sie. Das liegt daran, dass die Nervenendigungen nicht in den tieferen Hautschichten, sondern auf der Oberfläche der Haut sitzen.

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