Dekubitus

Wunde Hautstellen durch dauerhaften Druck

Geschätzte Lesedauer: 3 Min.

Unter Dekubitus versteht man wunde Hautstellen, die durch dauerhaften Druck entstehen. Dabei kann der Dekubitus Grad unterschiedlich stark ausfallen und von Hautrötungen bis hin zu eitrigen Wunden führen. Besonders Bettlägerige sind von Dekubitus betroffen und sind auf eine spezielle Pflege angewiesen.

Was ist Dekubitus?

Dekubitus gehört zu den häufigsten Formen wunder Haut. Damit werden wunde oder gar offene Hautstellen bezeichnet, die in der Folge von dauerhaftem Druck entstehen. Wenn Hautbereiche infolge dessen absterben, spricht man von Nekrose.

Von Dekubitus sind vor allem Bettlägerige betroffen. Auch Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder langjährige Diabetiker leiden oft schwer an einem solchen Druckgeschwür.

Wie entsteht Dekubitus?

Dekubitus entsteht durch andauernden Druck auf einzelne Körperstellen. Durch Durchblutungsstörungen im betroffenen Gewebe bilden sich Wassereinlagerungen (Ödeme) oder Blasen. Bleibt eine Druckentlastung aus, lösen sich die oberen Hautschichten ab. Das darunterliegende Gewebe kann sich in der Folge entzünden und wird nekrotisch. Bakterien, Pilze und Parasiten können sich in der offenen Wunde einnisten und zu Komplikationen führen.

Die verschiedenen Dekubitus Grade

Vor allem Bettlägerige sind von Dekubitus betroffen

Dekubitus tritt in vier Schweregraden auf, von der Hautrötung bis zu einer extremen Entzündung von Muskel und Knochen mit einer dauerhaft infizierten Wunde. Für die Betroffenen ist ein Druckgeschwür mit großen Schmerzen verbunden. Darüber hinaus machen Versorgung und Behandlung von Dekubitus einen enormen Kostenfaktor im Gesundheitswesen aus. Auch deswegen gehört die Dekubitusprophylaxe zu den wichtigsten Zielen im Pflegebereich.

Dekubitus Grad frühzeitig erkennen

Ob das darunter liegende Gewebe durch Dekubitus bereits angegriffen ist, können Sie leicht mit dem Fingertest feststellen:

Zustand der Haut auf Dekubitus Grade prüfen

Grad  
Dekubitus Grad I Auf der Haut sind Rötungen erkennbar.
Dekubitus Grad II Die obere Hautschicht ist defekt oder hat Blasen geworfen.
Dekubitus Grad III Die Schädigung des Gewebes setzt sich anschließend in die Muskulatur fort – es hat sich eine offene Fleischwunde gebildet.
Dekubitus Grad IV Neben dem Muskelgewebe wird auch der Knochen angegriffen. Die Dekubituswunde ist sehr häufig infiziert, erkennbar an Eiter, roten Wundrändern, Schwellung und Wärme – und oft verbunden mit unangenehmem Geruch.

So erkennen Sie Dekubitus

Dekubitus zeigt sich anfänglich in einer Rötung der belasteten Hautpartien. Betroffen sind in aller Regel die Körperstellen, an denen Knochen und Gelenke von innen auf die Haut drücken – zum Beispiel am Ellenbogen, der Hüfte, den Fersen oder am Steißbein. Aber auch Hautfalten am Bauch, an den Leisten oder unter den Armen bergen das Risiko von Druckgeschwüren.

Dekubitus durch Fingertest erkennen

Ob das darunter liegende Gewebe bereits angegriffen ist, können Sie leicht mit dem Fingertest feststellen. Ist an der Druckstelle der Hand für kurze Zeit ein weißer Fleck zu sehen, der sich schnell zurückbildet, dürften wohl eher keine Anzeichen für einen Dekubitus vorliegen. Bitte klären Sie bei Zweifeln Ihre Fragen mit Ihrem Arzt ab. Bleibt die Druckstelle allerdings rot, wenn Sie den Finger wegnehmen, sollten Sie Ihren Arzt kontaktieren, um eine genaue Untersuchung durchzuführen.

6 Tipps bei Dekubitus

Bei der Dekubitusprophylaxe können Sie bestimmte Faktoren berücksichtigen, um die Pflege für die Betroffenen möglichst angenehm zu gestalten.

Druckentlastung bei Dekubitus

Druckentlastung

Betten Sie die von Dekubitus betroffenen und gefährdeten Körperstellen auf weiche Unterlagen, um den Druck zu mindern. Durch diese Entlastung können Sie ein Druckgeschwür verhindern.

Umlagern bei Dekubitus

Umlagern

Verändern Sie regelmäßig die Lage des Bettlägerigen, zum Beispiel vom Rücken auf eine Seite. Eine Richtlinie, in welchen Abständen die Patienten umgelagert werden sollen, gibt es nicht. Üblich ist ein Intervall von zwei Stunden.

Wundsalbe bei Dekubitus

Wundsalbe

Rötungen behandeln Sie mit einer speziellen Wundsalbe, wie zum Beispiel Multilind® Heilsalbe. Durch die spezielle Salbengrundlage ist sie sanft und schmerzfrei aufzutragen.

Ernährung bei Dekubitus

Ernährung

Im Alter verändert sich der Stoffwechsel. Daher sollten bettlägerige Menschen besonders auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Wichtig ist auch, dass Betroffene genug Eiweiß und Vitalstoffe zu sich nehmen.

Gewichtsreduzierung bei Dekubitus

Gewicht reduzieren

Mit zunehmendem Körpergewicht steigt auch die Druckbelastung auf einzelne Körperteile. Bei übergewichtigen Menschen kann eine moderate Gewichtsreduktion zu einem niedrigeren Dekubitusrisiko beitragen.

Hautpflege bei Dekubitus

Hautpflege

Verzichten Sie bei der Hautpflege auf Duft- und Konservierungsstoffe. Greifen Sie auf hautneutrale Substanzen (pH-Wert 5,5) zurück. Trocknen Sie die Haut, insbesondere Hautfalten, sanft ab, indem Sie sie gründlich mit einem weichen Handtuch abtupfen.

Spezielle Matratzen zur Dekubitusprophylaxe

Spezielle Antidekubitus-Matratzen können unter Umständen dazu beitragen, die Gefahr von nekrotischen Druckgeschwüren bei bettlägerigen Menschen zu senken. Allerdings sind sie nicht für alle Patienten gleichermaßen geeignet. Bei Multipler Sklerose, Morbus Parkinson und weiteren Erkrankungen können sie sogar das Krankheitsbild verschlechtern. Tipp: Holen Sie daher fachkundigen Rat ein, bevor Sie für einen Pflegebedürftigen eine Spezialmatratze anschaffen.

Welche Folgeschäden kann Dekubitus haben?

Wundliegen verursacht großes Leid bei den Betroffenen. Die entzündeten Hautpartien führen zu starken Schmerzen. Darüber hinaus bergen die Entzündungen in jeder Phase das Risiko von Infektionen durch Bakterien oder Pilzsporen. Besonders beim Dekubitus Grad III und IV kann sich der Wundherd infolge einer Infektion auf benachbarte Körperteile ausbreiten. In sehr schweren Fällen kann auch das Knochenmark angegriffen werden.

Daher ist vorsorgender Schutz gefährdeter Hautpartien so wichtig. Bewährt bei wunder Haut sind Salben mit Antipilzwirkstoffen. Multilind® Heilsalbe hilft mit einer gut wirkenden Wirkstoffkombination aus Nystatin und Zinkoxid die Entzündung zu hemmen, die Wundheilung zu fördern, sowie die Verbreitung von Pilzsporen zu bremsen.

Multilind® Heilsalbe

Die Kombination aus Nystatin & Zinkoxid lindert den Juckreiz und hemmt die Entzündung betroffener Hautstellen.

Weitere interessante Artikel

Ekzem

Für eine Hautentzündung sind gerötete Stellen, oft verbunden mit Schwellungen, Schuppen und Juckreiz die typischen Kennzeichen. So reagieren Sie auf eine Entzündung der Haut.

Wundheilung

Bei der Wundheilung wachsen die Zellen aufeinander zu, um die Hautbarriere wieder zu verschließen. Dabei ist die richtige Wundversorgung von großer Bedeutung.

Nystatin & Zinkoxid

Mit Nystatin und Zinkoxid können von Hefepilzen befallene Hautpartien oder Entzündungen gezielt therapiert werden. Erfahren Sie mehr über die Wirkstoffkombination.