Windeldermatitis

Veröffentlicht am: 28.07.2025Zuletzt aktualisiert am: 05.11.2026Geschätzte Lesedauer: 7 Minuten

Nadim Ibrahim
Wissenschaftlich geprüft von Nadim Ibrahim, Apotheker und Medical Affairs Manager bei STADA

Häufige Hauterkrankung bei Babys

Windeldermatitis oder Windelausschlag ist ein häufiges Problem bei Babys und Kleinkindern. Rote, schmerzhafte Flecken und ein Ausschlag im Windelbereich sind die Folge. Die meisten Säuglinge haben früher oder später eine Windeldermatitis. In vielen Fällen liegt zusätzlich ein Pilzbefall am Po vor, denn die Windel birgt ein perfektes Milieu für die Vermehrung der Pilze. Dann spricht man von einem Windelpilz oder Windelsoor. Beide Hauterkrankungen müssen zeitnah behandelt werden, damit sich die Entzündungen nicht weiter ausbreiten. 

Was ist eine Windeldermatitis?
So entsteht ein Ausschlag im Windelbereich
Was sind die Symptome einer Windeldermatitis?
Windeldermatitis – was hilft schnell?
Multilind® Heilsalbe bei Windeldermatitis
Tipps zur Prävention von Windelpilz bei Babys

Kurz und knapp

  • Ursachen: Windeldermatitis kann durch Scheuern, reizende Ammoniakverbindungen aus Urin und Stuhl, oder Hefepilze ausgelöst werden und betrifft die Hautstellen in der Windelregion.
  • Symptome: Gerötete Stellen, Druckempfindlichkeit, Hitzegefühl, Pickelchen, nässende Bläschen, Juckreiz
  • Diagnose: Anamnese, Betrachtung des betroffenen Hautbereichs, Abstrich
  • Behandlung: Haut trocken halten, Salbe mit Wirkstoffkomplex, Kleiebäder
  • Prävention: Haut atmen lassen, häufig Windeln wechseln, sanfte Reinigung, Stillen, hautfreundliche Produkte nutzen 

Wie oft hatte Ihr Baby schon Windeldermatitis?

Was ist eine Windeldermatitis?

Hautausschlag oder ein wunder Babypo sind keine Seltenheit. Oft scheuert und reibt die Windel an der Haut des Kindes. Auch Kot und Urin können die Haut im Windelbereich reizen. Dadurch entsteht häufig eine Windeldermatitis, auch Windelausschlag genannt. Neben Säuglingen und Kleinkindern sind auch Erwachsene mit Inkontinenzproblemen betroffen.

Man unterscheidet zwischen zwei Arten der Windeldermatitis:  

  1. Ammonikalische Windeldermatitis 
    Urin und Stuhl bilden an der Luft Ammoniakverbindungen, die die empfindliche Haut reizen und zu Entzündungen führen können. 
  2. Windeldermatitis durch Hefepilz 
    Hefepilze wie Candida albicans siedeln unbemerkt auf Haut und Schleimhäuten. Normalerweise wird ihre Vermehrung durch Körperabwehr, Fettschicht und Säureschutzmantel beschränkt. Unter der Windel können die Pilze am Po jedoch in wunde Hautstellen eindringen und sich ausbreiten.  

So entsteht ein Ausschlag im Windelbereich

Dicht schließende Windeln sorgen dafür, dass Urin und Stuhl im Windelbereich verbleiben. Dadurch gelangt kaum Luft an den Po Ihres Babys und die angefeuchtete Windeloberfläche kann nicht trocknen. Die Feuchtigkeit greift die obere Hornschicht an. Es kommt zu Rötungen, entzündeten Hautstellen und Ausschlag im Windelbereich.

Dazu kommt, dass sich Bakterien und Hautpilze auf feuchter Haut besonders wohlfühlen. Die wunden Hautstellen ermöglichen es den Pilzen im Windelbereich, sich in den oberen Hautschichten auszubreiten. Daher wird eine Windeldermatitis auch oft von einer langwierigen Pilzinfektion begleitet.

Eine weitere Ursache einer Windeldermatitis bei Babys kann eine ungünstig zusammengesetzten Darmflora sein. In den ersten Lebensjahren müssen sich die Mikroorganismen zur Unterstützung der Verdauung erst im Darm ansiedeln. Es kommt daher leicht zu Fehlbesiedlungen, bei denen schädliche Bakterien mit ihren reizenden Ausscheidungen Hautentzündungen auf Babys Po auslösen können. 

Windeldermatitis bei Erwachsenen

Windeldermatitis kann auch bei Erwachsenen vorkommen, die aufgrund einer Harninkontinenz saugfähige Einweghöschen tragen. Die Behandlungsmethoden sind auch hier vom Schweregrad des Ausschlags abhängig. Bei einer leichten Rötung sollte die betroffene Stelle mit hautfreundlichen Produkten gereinigt und gut belüftet werden. Eine Heilsalbe kann die Haut bei der Wundheilung unterstützen und Entzündungen hemmen. Wenn der Windelausschlag nicht besser wird, dann sollten Sie einen Arzt konsultieren. 

Was sind die Symptome einer Windeldermatitis?

Die Symptome einer Windeldermatitis können von Hautrötungen bis hin zu schwerwiegenden Entzündungen variieren. Zu den typischen Symptomen zählen: 

  • Gerötete und wunde Stellen am Po des Babys und in den Falten der Leisten
  • Pickelchen, nässende Bläschen und weißliche Schuppen, die Juckreiz auslösen
  • Das Baby wirkt unruhig und weint vermehrt
  • Schmerzen beim Windelwechsel
  • Appetitlosigkeit
  • Betroffen Hautstellen schwellen an und fühlen sich warm an

Vorsicht ist bei einer Erkältung und Durchfall geboten. Durch die geschwächten Körperabwehr Ihres Babys kann sich aus einer geröteten Stelle blitzschnell eine Entzündung entwickeln.

Worin liegt der Unterschied zwischen Windeldermatitits und Windelsoor?

Da es unter der Windel sehr warm und feucht ist, entsteht ein perfekter Nährboden für eine Pilzinfektion. Dieser Pilzbefall geht mit den Hautreizungs-Symptomen einer Windeldermatitis einher. In diesem Fall spricht man von einer Windelsoor. Verantwortlich für den Windelpilz ist der Hefepilz.  

Im Gegensatz zur Windeldermatitis sind die Hautreizungen nicht mehr begrenzt, sondern es kommt zu sogenannten Streuherden. Meist leidet das Baby bei einem Windelpilz unter Schmerzen und Juckreiz. Das Kind macht dies bemerkbar und wird unruhig oder schreit.

Windeldermatitis – was hilft schnell?

Windeldermatitis lässt sich in der Regel gut behandeln und verschwindet dann innerhalb von wenigen Tagen. Drohende Entzündungen können Sie vorbeugen, indem Sie beim Wickeln regelmäßig den Po Ihres Babys inspizieren. Bei leichten Rötungen kann es ausreichend sein die Haut Ihres Babys über längere Zeit trocken zu halten. Wechseln Sie in der nächsten Zeit die Windeln häufiger. 

Wenn die Windeldermatitis nicht abklingt, sollten Sie einen Kinderarzt aufsuchen. Dieser kann feststellen, ob es sich nur um einen wunden Po oder tatsächlich um eine Windeldermatitis handelt. Eventuell liegt auch ein Pilzbefall in Form einer Windelsoor bei Ihrem Baby vor.  

Meist wird der Ausschlag im Windelbereich mit einer Salbe behandelt. Besonders bei einem Windelpilz sollte darauf geachtet werden, dass eine Salbe mit dem richtigen Wirkstoff verwendet wird. Salben mit entzündungshemmendem Zinkoxid wie z. B. Multilind® derma:care PROTECT helfen der gestressten Babyhaut bei der Regeneration und schützen vor wunden Stellen. 

Zusätzlich zur ärztlichen Behandlung können Sie versuchen, die Haut Ihres Babys mit natürlichen Hausmitteln zu beruhigen. Zur Vorbeugung und Linderung von Windeldermatitis haben sich lauwarme Kleiebäder bewährt. Auch eine Umstellung der Ernährung bei Windeldermatitis kann die Symptome lindern. Vermeiden Sie Fruchtsäure und Zucker in der Beikost ihres Babys. Wenn Sie noch Stillen, dann sollten Sie ihre Ernährung ebenfalls vorübergehend anpassen. 

Multilind® Heilsalbe bei Windeldermatitis

Die Kombination aus Nystatin & Zinkoxid lindert den Juckreiz und hemmt die Entzündung betroffener Hautstellen.

Tipps zur Prävention von Windelpilz bei Babys

Die Windeldermatitis ist ein sehr häufiges Hautproblem bei Säuglingen und lässt sich oft nicht verhindern. Besonders Säuglinge im Alter von 6 bis 12 Monaten sind immer wieder betroffen. Trotzdem gibt es einige Tipps für Eltern, um einen Windelausschlag und Windelsoor bei Babys vorzubeugen:  

  • Haut atmen lassen: zu Hause eine wasserdichte Unterlage anstatt der Windel benutzen 
  • So oft wie möglich Windeln wechseln: spätestens nach 3 bis 4 Stunden, idealerweise sobald die Windel nass ist 
  • Windelregion trocken halten – auch zwischen den Hautfalten 
  • Haut sanft reinigen: mit lauwarmem Wasser säubern und vollständig abtrocknen, bevor die frische Windel angelegt wird 
  • Das Baby stillen – es scheint Windeldermatitis vorzubeugen 
  • Bei Verdacht Kinderarzt aufsuchen 
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