Akute und chronische Wunden
Veröffentlicht am: 25.07.2025Zuletzt aktualisiert am: 05.11.2026Geschätzte Lesedauer: 6 Minuten
Wundarten, Wundheilungsphasen und moderne Wundversorgung
Eine Wunde (auch Trauma) entsteht durch die Schädigung, Zerstörung oder Durchtrennung der Haut und des darunter liegenden Gewebes – infolge von einer mechanischen Einwirkung, Hitze oder Kälte. Dabei können Erreger in die Wunde eindringen und Infektionen auslösen. Welche Wundarten es gibt, was während der jeweiligen Wundheilungsphasen passiert und wie Sie die Wundheilung beschleunigen können, erfahren Sie bei uns.
Wundarten
Wundheilungsphasen
Komplikationen bei der Wundheilung
Wundversorgung: Erste Hilfe bei Wunden
Dann sollten Sie zum Arzt
Kurz und knapp
- Ursachen: Abhängig von der Verletzung, z. B. Schnitte, Bisse, Verbrennungen
- Symptome: Blut, Schwellung, Brennen, Stechen, Schmerzen
- Diagnose: Patientengespräch, körperliche Untersuchung, Hautabstrich, Gewebeprobe (Biopsie)
- Behandlung: Salben, Cremes
- Prävention: Akute Wunden lassen sich kaum verhindern, bei chronischen Wunden hilft u. a. Druckentlastung
Wie schnell heilt eine Wunde bei Ihnen?
Wundarten
Bei einer Wunde handelt es sich um eine äußerliche Verletzung der Haut. Diese kann oberflächlich auftreten oder bis in tiefere Hautschichten reichen. Es werden maßgeblich folgenden Wundarten unterschieden:
- Schürfwunden
- Schnittwunden
- Platzwunden
- Stichwunden
- Kratzwunden
- Bisswunden
- Quetschwunden
- Verbrennungen (Brandwunde)
Neben diesen typischen Wundarten gibt es noch welche, die seltener auftreten. Dazu zählen Operationswunden, Erfrierungen, Verätzungen und Schusswunden.
Akute und chronische Wunden
Bei den oben genannten Wundarten handelt es sich ausschließlich um akute Wunden. Diese verheilen in der Regel zügig und ohne ärztliche Behandlung. Eine Wundheilungsstörung kann dagegen dafür sorgen, dass die Wunde nach zwei Wochen oder mehr immer noch nicht vollständig verheilt ist. Bei einer chronischen Wunde liegt oft eine Grunderkrankung wie Diabetes mellitus oder Dekubitus vor. Problematisch bei chronischen Wunden ist, dass ihnen meist Infektionen folgen. Diese Art von Wunden heilt nicht so schnell und bedarf einer speziellen Wundversorgung.
Wundheilungsphasen
| Reinigungsphase | Sollte die Wunde bluten, reinigt sie sich selbst. Bitte sehen Sie davon ab, die Wunde in dieser Phase mit Seife oder anderen Mitteln zu reinigen. |
| Granulationsphase | Die Reinigungsphase lässt nach, und es bilden sich neue Gefäße sowie das sogenannte Granulationsgewebe. Die Heilung der Haut kann mit intensiveren Schmerzen verbunden sein. |
| Epithelisierungsphase |
Das Epithel, auch Deckgewebe genannt, verschließt die Wunde schließlich durch das Bilden von Narbengewebe. |
Komplikationen bei der Wundheilung
Nicht immer verläuft die Wundheilung in den verschiedenen Stadien reibungslos – manchmal treten Komplikationen auf.
Nässende Wunde
Liegt die Verletzung einige Tage zurück und bleibt feucht, wird von einer nässenden Wunde gesprochen. Dies kann entweder daran liegen, dass die Wunde zu groß ist und die Reinigungsphase deshalb länger anhält. Oder aber es sind geringfügige Infektionen im Gange, die das Verschließen der Wunde verhindern. Eine nässende Wunde ist zunächst kein Grund zur Sorge. Achten Sie jedoch darauf, sie in dieser Zeit sauber und bestenfalls steril zu halten. Sollte sich die Wunde entzünden, fragen Sie einen Arzt um Rat.
Entzündete Wunde
Prinzipiell kann sich jede Verletzung zu einer entzündeten Wunde entwickeln. Bisswunden sind besonders dafür bekannt sich zu entzünden. Denn hierbei werden der Haut bereits bei der Verletzung Verunreinigungen, wie Keime oder Dreck, zugeführt, die eine Entzündung hervorrufen können. Deshalb ist es wichtig, dass Sie die entzündete Wunde unmittelbar behandeln. Bitte sehen Sie beim Reinigen von Seife ab und wenden Sie lediglich sauberes Wasser oder Wunddesinfektionsmittel an. Eine entzündete Wunde erkennen Sie daran, dass eine rötliche Schwellung entsteht und die Beweglichkeit der betroffenen Gliedmaßen eingeschränkt ist.
Eitrige Wunde
Ist die Infektion oder die Entzündung schlimmer geworden, kann es zu Eiterbildung kommen. Wichtig ist in dem Fall, dass die Wunde professionell behandelt wird: Im schlimmsten Falle kann eine eitrige Entzündung dazu führen, dass Gewebe abstirbt oder es zu einer Blutvergiftung kommt.
Wundheilungsstörung – Risikofaktoren
Wenn eine Wunde auch nach mehreren Wochen nicht vollständig ausgeheilt ist, kann eine Wundheilungsstörung vorliegen. Folgende Faktoren können begünstigen, dass eine Wunde nicht heilt:1
- Mangelernährung
- Adipositas
- Hohes Alter
- Rauchen
- Durchblutungsstörung
- Infektionskrankheiten
- Geschwächtes Immunsystem
- Ödeme
- Diabetes mellitus
- Bettlägerigkeit
- Medikamenteneinnahme (z. B. Immunsupressiva)
- Chemo-, Immun- oder Bestrahlungstherapie
Wundversorgung: Erste Hilfe bei Wunden
Viele Wunden entstehen im Haushalt oder in der Freizeit. Bei kleinen Wunden ist oftmals die Wundversorgung zu Hause ausreichend. Mit bestimmten Maßnahmen können Sie außerdem die Wundheilung beschleunigen. Die moderne Wundversorgung sieht dabei wie folgt aus:
- Reinigen Sie Ihre Hände gründlich mit sauberem Wasser und Seife oder verwenden Sie Handdesinfektionsmittel, bevor Sie eine Wunde verarzten. Alternativ können Sie sterile Einweghandschuhe nutzen.
- Spülen Sie die Wunde vorsichtig mit sauberem Wasser oder Wundspüllösung aus. Entfernen Sie größere Schmutzpartikel mit einer desinfizierten Pinzette.
- Drücken Sie eine sterile Kompresse oder ein sauberes Tuch für fünf bis zehn Minuten auf die Wunde, wenn die Blutung nach kurzer Zeit nicht von selbst stoppt.
- Tragen Sie eine antiseptische Wundsalbe auf die Verletzung auf, um die Haut feucht zu halten und vor Infektionen zu schützen.
- Schützen Sie die Wunde mit einem sterilen Pflaster oder Verband zusätzlich. Achten Sie beim Anlegen darauf, dass dieser nicht mit der Wunde verklebt. Wechseln Sie das Pflaster oder den Verband täglich.
Dann sollten Sie zum Arzt
Nicht bei jeder Schürf- oder Schnittwunde müssen Sie direkt zum Arzt. Oftmals genügt die Wundversorgung zu Hause. Allerdings sollten Sie in folgenden Fällen unbedingt eine ärztliche Behandlung in Anspruch nehmen:
- besonders große oder tiefe Wunden
- starke Blutungen
- Gesichtsverletzungen
- Fremdkörper in der Wunde
- Bisswunden
In diesen Situationen ist das Infektionsrisiko besonders hoch. Sollten Sie befürchten, dass sich Ihre Wunde infiziert hat oder eine Wundheilungsstörung vorliegt, konsultieren Sie zügig einen Arzt.
1 Leading Medicine Guide (2026): Wundheilungsstörungen und Wundheilungsstörung – Pathophysiologie, Wunde und gestörte Wundheilung verstehen (zuletzt aufgerufen am 12.08.2026)






